Archiv für die Kategorie ‘Alte Heimat’

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Istanbul – hier leben wir

Januar 7, 2010

oder  

Istanbul

Die Königin der Städte

Per e-mail habe ich heute diesen Text erhalten. Ich finde ihn so schoen und so treffend, dass ich ihn Euch nicht vorenthalten wollte.

Istanbul ist chaotisch, bitter, süß, asiatisch, europäisch. Und in seiner Widersprüchlichkeit unendlich schön. Bekenntnisse eines Kosmopoliten, der dem Abenteuer am Bosporus verfallen ist.

Manchmal erinnert diese Stadt an einen ihrer Straßenköter: Istanbul ist nicht gestriegelt und herausgeputzt. Istanbul ist schorfig und heruntergekommen. Einen großen Bogen möchte man machen um so einen Bastard. Und trotzdem kann es passieren, dass man ihm in die Augen schaut, und dann ist es um einen geschehen.

Istanbul, der Moloch. Die Stadt, die sich so lange einen feuchten Kehricht um den Rest des Landes geschert hat, bis der Rest eines Tages sagte: Dann kommen wir eben zu dir. Und jetzt sitzt die halbe Türkei in der Stadt, wartet auf das Glück und bekommt doch oft nur ein Leben zugedacht – so bitter wie der starke, türkische Tee.

Ich kam nach Istanbul geflogen aus China. Stieg aus, ging nach Beyoglu in die Fußgängerzone – stand da mit offenem Mund und dachte, ich sei wieder in Schanghai. Ich las nach und wirklich: 13, 14, 15, 17 Millionen leben hier, so genau weiß das keiner. Eine der ältesten Städte der Erde. Eine der jüngsten Städte der Erde. Die größte Metropole Europas. Das größte Dorf Europas. Oder muss das jetzt heißen: Asiens? Wer von der Altstadt kommend über eine der beiden Bosporusbrücken fährt, den empfängt am anderen Ende ein Schild: “Willkommen in Asien”. Aber dann entdeckt man, dass die Stadt in ihren asiatischen Vierteln wie Kadiköy und Moda europäischer aussieht als vielerorts auf der europäischen Seite und dass gerade die in Europa liegende Altstadt jener Teil Istanbuls ist, den viele Besucher als besonders orientalisch empfinden.

Eine Warnung: Diese Stadt pustet einem die Klischees zu Staub, und zwar auf so gründliche, die Sinne aufs herrlichste durcheinanderwirbelnde Art, dass man gerade einem jeden Deutschen unverzüglich eine Woche Zwangsurlaub verordnen möchte. Mich als Pekingflüchtling packten hier sowieso ganz erstaunliche Gefühle: Wolken! Haselnusssträucher! Im Sommer am Bosporus wilde Erdbeeren, im Herbst Kastanien, im Winter Schnee und geröstete Maroni! Osterzopf in der Bäckerei! Und immer wieder: Wolken am Himmel! Anfangs war mir, als sei ich schon fast wieder zu Hause in Deutschland, so vertraut mutete mich vieles an.

Und dann wieder: eine Picknickgesellschaft auf einer Verkehrsinsel, umtost von acht Spuren Stadtautobahn. Eine Schafherde im Stadtzentrum, daneben der Schäfer, genüsslich Käse und einen Kanten Brot verzehrend. Istanbul lässt sich nicht auf einen Nenner bringen. Aus Istanbul lässt sich nicht schlau werden. Istanbul verstört. Istanbul beglückt.

Istanbul ist nur ein Klecks

Ein Blick auf die Karte. In der großen Türkei ist Istanbul nur ein Klecks. So wie in der wuchernden Metropole von heute das alte Istanbul, das die Alteingesessenen als “ihre” Stadt akzeptieren, nur ein Klecks ist. Aber was für ein Klecks. Der schönste Fleck auf der Karte. Noch auf einer Weltkarte täte man sich schwer, einen schöneren zu finden. Das Herz ist der Bosporus. Welches Licht. Eine Zwischenwelt. Zwischenzeit. Er öffnet Blick und Horizont. Ist ein gleißender Spiegel, der an manchen Tagen das Licht der Sonne, türkis gebrochen, ein zweites Mal auf das Antlitz der Stadt wirft und ihm ein kühles Flirren verleiht.

Käme einer in die Stadt und hätte nur zwei Stunden Zeit, ich würde ihn auf eine Bosporusfähre setzen. Man treibt, schaut, meditiert. Fahren Sie nicht nur hoch zum Schwarzen Meer, fahren Sie nicht nur runter Richtung Marmarameer, fahren Sie geradewegs Richtung Nirvana! Es ist der Bosporus, der dieser Stadt seine Seele verleiht. Es ist der Bosporus, der sie schützt. Da mögen die Stadtväter sich auch noch so viel Mühe geben – hier führen Bürgermeister noch Wahlkampf mit Plakaten, auf denen stolz eine einzige Zahl steht: die eins, zwei, drei Millionen Tonnen Beton, die einer in den letzten fünf Jahren seiner Amtszeit über seinem Viertel ausgekippt hat – Istanbul ist einfach nicht kaputt zu kriegen.

Manzara, der Aus- und Anblick, ist eines der wichtigsten Worte hier: Der Istanbuler ist ein Betrachtender, oft Meditierender. Und wenn er bloß stundenlang hinter dem Steuerrad seines Autos auf einem Parkplatz am Bosporusufer sitzt und sich vom Teejungen durch das Fenster ein Glas Tee reichen lässt. Diese Stadt ist nicht nur gesegnet mit dem Bosporus, sie ist auch gesegnet mit einer Topografie, die den Bosporus in einen Saum von Hügeln bettet, von denen herab sich endlos staunen lässt. Gerade nachts.

Ein anderes meiner türkischen Lieblingsworte ist yakamoz. Kein Zufall kann es gewesen sein, dass die Macher der deutschen Zeitschrift Kulturaustausch vor einigen Jahren ausgerechnet dieses zum schönsten Wort der Welt erkoren: yakamoz leitet sich ab vom altgriechischen diakamos, welches den “Widerschein des Mondes im Wasser” einfängt – seit Anbeginn dieser Stadt huldigen ihre Bewohner diesem Schauspiel mit nächtlichen Kahnfahrten in den Buchten des Bosporus, begleitet von Gesang und hastig ausgetauschten Liebesschwüren.

Unter denen, die der Stadt verfallen sind, gibt es zwei Sorten: die, die für den morbiden Zauber des Vergangenen und des Niedergangs empfänglich sind, eines Abstiegs, der seit dem Todeskampf des Osmanischen Reiches mehr als eineinhalb Jahrhunderte andauerte und jenen Istanbul-Blues hervorbrachte, dem Schriftsteller wie Ahmet Hamdi Tanpnar und Orhan Pamuk ein Denkmal setzten. Und es gibt die Anderen, Jüngere meist, die Aufbruch und Jugend in Erregung versetzen.

Yalçn Konus ist einer von ihnen, kam aus Frankreich zurück nach Istanbul, macht Mode, Musik, alles mögliche. “Wenn du hier auf die Straße gehst, dann hast du das Gefühl, du müsstest gegen den Wind anlaufen. So viel Energie ist hier.” Für beide, für den Melancholiker wie für den Abenteurer, ist der Bosporus Balsam. “Ich höre Istanbul, meine Augen geschlossen”. Wenn Sie nur ein Gedicht über Istanbul lesen, dann das von Orhan Veli Kank.

Lauschen Sie in diese Stadt: Frühmorgens, manchmal noch vor dem Ruf des Muezzins, werden Sie das Krächzen der Möwen hören, die fett und geschwätzig im Himmel hängen. Was Sie da weckt, gleicht einem Lachen. Dann das Tosen und Hupen auf den Straßen. Das Knattern der Türkeifahnen im starken Lodos, dem Südwestwind, der so manchem in der Stadt den Verstand aus dem Hirn bläst. Das metallische Klappern, wenn der Löffel auf die blecherne Untertasse des tulpenförmigen Teeglases fällt. Die Sirene der Bosporusfähre, die die Pendler in die Stadt bringt. Der laute und tiefe Bass, mit dem die mächtigen Tanker ihre Vorfahrt einfordern – ein Bass, der lange Nachhall findet zwischen den Hügeln, die den Bosporus einrahmen. Lassen Sie Ihre Augen ruhig geschlossen!

 Verfasst hat diesen Artikel, Karl Strittmatter, seit mehr als drei Jahren Korrespondent der Sueddeutschen in der Tuerkei.

 

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Heute abend

Mai 20, 2009

21:45 in Istanbul, UEFA Cup Finale…

Werder Bremen gegen eine Mannschaft deren Namen ich nicht schreiben, geschweige denn aussprechen kann. Ich hoffe doch sehr, dass Bremen den Pokal heute abend mit nach Hause nehmen kann

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Kölle Alaaf

Februar 19, 2009
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Neujahrstraditionen

Dezember 31, 2008

Ich habe mal gegoogelt und einige Neujahrstraditionen aus der Tuerkei gefunden.

Der Text ist nicht einschliesslich von mir, ich habe ihn aber ein wenig geaendert.

Wie ueberall auf der Welt, werden auch in der Tuerkei am Silvesterabend merkwuerdige Sitten und Braeuche ausgeuebt.

Am 31. Dezember, genau um 24.oo Uhr ziehen die Frauen neue, rote Unterhosen an. Das umgangsprachliche tuerkische Wort fuer Unterhose ist “Don”  und das Verb “donanmak” bedeutet unter anderem “mit Kleidern ausgestattet, geschmueckt sein” Man glaubt, das man deswegen im neuen Jahr reichlich ausgestattet wird. Aber Mitte Dezember werden in Schaufenstern und sogar in grossen Supermaerkten reichlich rote Unterhosen angeboten. Man macht sich oefter einen Spass und kauft sie als Neujahrsgeschenk.

Ist man zu Hause, oeffnet man um 24.00 Uhr alle Wasserhaehne und laesst fuer den Reichtum uns Segen der Familie das Wasser fuer einige Zeit laufen.

Man glaubt, das sich die finanzielle Lage bessert, wenn man gleich nach 24.oo Uhr die Tuerschloesser auf- und abschliesst. Dadurch werden friedliche Tage ins Haus kommen.

Auch glaubt man daran, dass man das neue Jahr froehlich, friedlich und suess verbring, wenn man genau um Mitternacht Suessigkeiten ist, lacht und froehlich ist.

Um im neuen Jahr viel reisen zu koennen, verlassen viele Leute gegen 24.00 Uhr das Haus, um einen kleinen Spaziergang zu machen. Es reicht aber auch, wenn man mehrfach durch die Haustuere ein- und ausgeht.

Im tuerkischen gibt es eine Redewedung “Tadi tuzu yerinde olmak”. Das laesst sich grob mit, der Geschmack und das Salz von etwas ist in Ordnung uebersetzen. Im Sinne von ‘gut abgeschmeckt’ Damit im neuen Jahr das Familienleben gut abgeschmeckt ist streut man Salz vor die Haustuere.

Granatapfel ist bei vielen Kulturen das Wahrzeichen fuer Reichtum, Segen und Fruchtbarkeit. Damit die Familie im neuen Jahr mit Reichtum gesegnet wird, zerschmettert man einen Granatapfel vor dem Hauseingang.  Das ist so eine Sauerei.

In diesem Sinne, Euch allen ein gutes, gesundes und glueckliches Neues Jahr. Moegen in 2009 all Eure Wuensche in Erfuellung gehen, Krankheiten das weite suchen, finanzielle Engpaesse gar nicht erst auftreten.

Ich habe das bloggen fuer mich erst vor knapp drei Monaten entdeckt. Es ist schoen zu erfahren, dass andere Menschen gerne lesen, was ich schreibe, Anteil nehmen an meinem unserem Leben. Schoen das es Euch gibt – wenn auch nur ueber den Bildschirm.

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Reise in die Vergangenheit

Dezember 12, 2008

Als ich heute morgen aufwachte, wusste ich erstmal gar nicht wo ich bin. Das Zimmer war nicht das wo ich aufwachen sollte. Nein ich habe nicht woanders uebernachtet. Es lag vielmehr an meinem Traum.

 

Ich war wieder in Deutschland – oder besser gesagt – noch immer in Deutschland. Ich war jung juenger und unverheiratet. Meine grosse Liebe bat mich, bei ihm einzuziehen. Meine Einwaende, was meine und seine Eltern dazu sagen wuerden, tat er mit einer Handbewegung als unwichtig ab. Seine Eltern solle ich ihm ueberlassen und mit meinen Eltern wuerde er auch sprechen. Wir wuerden ja doch ueber kurz oder lang heiraten.

 

Meine Eltern fanden es gar nicht toll, doch er half mir dabei meine Sachen zu packen und trug sie ins Auto. Wir fuhren am Rhein entlang, an der stinkenden Chemiefabrik  vorbei und kamen bei ihm zu Hause an. Es war kaum eingerichtet. Ich sollte daraus unser zu Hause machen, nach meinen Wuenschen und Vorstellungen.

 

Wir fuhren morgens gemeinsam ins Buero (wir haben damals in einer Firma gearbeitet), abends gemeinsam nach Hause, kochten zusammen, fuehrten endlose Gespraeche ueber Gott und die Welt.

 

Und heute morgen, fuehlte sich mein Schlafzimmer irgendwie falsch an.

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Heimweh

Dezember 5, 2008

ueberkommt mich gerade. Und zwar ganz hef tig.

Ich moechte ueber Weihnachtsmaerkte schlendern, die klirrende Kaelte spueren und mich an einer warmen Tasse Kakao vor der dem Fernseher niederlassen. Ich moechte mit Emre durch festlich geschmueckte Strassen gehen.

Ich moechte Normalitaet. Einkaufen wann ich moechte – ohne auf Gebetszeiten achten zu muessen. Ich moechte mich schick anziehen, ohne die Abaya drueber ziehen zu muessen. Ich moechte mich ins Auto setzen und losfahren – ich selbst und nicht mein GoeGa oder der Fahrer.

Ich moechte, wenn ich ein Geschaeft verlasse und weiss, dass ich dort laenger nicht einkaufen werde, der Verkaeuferin ‘Frohes Fest und einen Guten Rutsch’ wuenschen.

Ich moechte kurzfristig ins Kino gehen koennen, Museen besuchen.

Ich habe Heimweh :(

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Was lebst Du?

Oktober 19, 2008

Gestern habe ich Post bekommen von einer ganz lieben Freundin aus Deutschland. Unter anderem ein Buch. Was lebst Du? Jung, deutsch, tuerkisch Geschichten aus Almanya (das tuerkische Wort fuer Deutschland). Es war zwei Uhr morgens als ich das Licht ausgemacht habe.

An vielen Stellen habe ich heftig genickt, ja genauso ist das habe ich mir gedacht. An anderen Stellen wurde ich ganz melancholisch, auch das hatte ich leider ungefaehr so erlebt.

Mein Vater kam Ende der 60er als Gastarbeiter noch Deutschland, 1970 heiratete er meine Mutter, 1971 wurde ich geboren. In Koeln. Da meine Eltern beide arbeiten gingen, kam ich nur wenige Monate alt zur Tagesmutter. Wobei Pflegefamilie wohl der richtigere Ausdruck waere, denn unter der Woche war ich bei dieser Familie und an den Wochenende zu Hause bei meinen Eltern. Bis zu meinem dritten Lebensjahr. Das ich zuerst deutsch gelernt habe, brauche ich wohl nicht zu erwaehnen. Kommunikationsprobleme blieben nicht aus, denn meine Mutter sprach in den ersten Jahren kein deutsch und ich kein tuerkisch.

Nach meinem dritten Lebensjahr, war ich nur tagsueber bei dieser Familie. Meine Tagesmutter war fuer mich Mama und ihr Mann Papa. Meine Eltern hingegen Mutti und Papi oder Anne und Baba in tuerkisch.

Ich bin in einen katholischen Kindergarten und spaeter in eine katholische Grundschule gegangen. Meinen Eltern empfahl meine Lehrerin mich auf die Hauptschule zu schicken. Realschule wuerde ich nicht schaffen. Nach dem Motto, die wird es wissen, landete ich auf der Hauptschule. Ich hatte gute Noten. Eigentlich haette ich locker auf die Realschule wechseln koennen. Wieder sagte eine Lehrerin, besser eine gute Hauptschuelerin als eine schlechte Realschuelerin.

Ich machte meinen Realschulabschluss, ging anschliessend auf eine Fachschule, wo ich mein Fachabi machte. Auf dieser Schule hatte ich ein Erlebnis, das ich heute noch nicht vergessen kann:Wir schreiben die letzte Matheklausur vor den Sommerferien. Es ist richtig heiss, das Klassenzimmer stickig, die Fenster werden geoeffnet. Vor der Schule sind Strassenbauarbeiten, ich kann den Presslufthammer hoeren. Ich frage den Lehrer, ob ich das Fenster schliessen darf; ich kann mich nicht konzentrieren. Die Antwort dieses Idioten werde ich nie vergessen; “Wenn Sie sich nicht konzentrieren koennen, dafuer haben wir Lager.”

Nach meinem Abitur, kann ich gleich eine Ausbildung bei einem Koelner Versicherungskonzern anfangen. Am ersten Tag waren wir ca. 120 Auszubildende die gemeinsam anfingen. Alles ist perfekt. Nette Ausbilder, die Mitauszubildenden sind nett. Ich fuehle mich wohl. Bei dem ersten Mittagessen in der Kantine sitzen wir bunt gemischt zusammen. Ich habe ein Namenskaertchen an meiner Bluse. Eine Mitauszubildende fragt mich woher ich komme, ich sage aus P. (Kleinstadt bei Koeln), Ne ich meine wirklich… Grosses Fragezeichen bei mir, dann habe ich die Erleuchtung. Ich bin Tuerkin sage ich… Diesmal grosse Augen bei meinem Gegenueber. ‘Wirklich, dass haette ich nicht gedacht. Du sprichst ja perfekt Deutsch und ich haette eher gedacht Du bist Franzoesin’.

Ja man glaubt es kaum, 12 Jahre Schule in Deutschland und ich spreche tatsaechlich akzentfrei Deutsch. (Ich gebe zu, manchmal hoert man einen Koelschen Einschlag).

Nach der Ausbildung fing ich bei einem tuerkischen Unternehmen an, kehrte aber zwei Jahre spaeter wieder zurueck zu meinem Ausbildungsbetrieb.

Da wurden schon mal Tuerkenwitze erzaehlt beim Kaffeeplausch und mit einem betroffenem Blick in meine Richtung, du nimmst das aber nicht persoenlich oder? Du bist ja gaaanz anders. Nun gut wenn ihr meint.

Ich habe schon immer gerne Miniroecke getragen, auch ins Buero. Zwar nicht mini mini, aber mini. Da musste ich mich schon einige Male fragen lassen, ob ich mich auf dem Weg ins Buero umgezogen haette. Klar, in der U-Bahn Toilette und das Kopftuch liegt auch im Schliessfach.

Immer wieder wurde ich ‘positv Diskriminiert’, du bist ja ganz anders. Du bist ja schon eingedeutscht. Nein ich bin eine deutsch-tuerkin. Auch heute noch. Ich habe nur die tuerkische Staatsbuergerschaft. Ich brauch keinen deutschen Pass um mich Deutsch zu fuehlen.

In all den Jahren, in denen ich in der Turkei gearbeitet habe, hatte ich Kontakt zu Deutschland. Ich habe entweder bei Deutschen Firmen oder bei Firmen mit deutscher Werksvertretung gearbeitet. Selbst hier in Saudi, war ich bei der Deutsch-Arabischen Handelskammer

Ich liebe Lakritze und Baklava, Berliner sind fuer mich der Hit, mein Tag ohne Kaffee ist mies. Am liebsten trinke ich ihn mit Kondensmilch und nicht mit normaler. Mein Herz tut weh, wenn ich an Karneval in Koelle denke, ein Auto mit deutschem Kennzeichen treibt mir Pipi in die Augen, wenn ich den Koelner Dom sehe, weiss ich ich bin zu Hause. Mein Telefonklingelton erregt schon mal Aufsehen; Mir stonn zu Dir.. von de Hoehner…

Andrerseits, wenn ich in Istanbul bin, fuehle ich mich, als ob ich angekommen waere. Der Bosphorus riecht nach Heimat, die Sicht der tuerkischen Flagge ist immer ein Gaensehauterlebenis, die tuerkische Sprache reiner Gesang…

Und sagt mir ja nicht, Du bist eingedeutscht oder eine getuerkte Deutsche…

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